Geschichte Italien

Aus Italien Urlaub

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Um Italien und seine Entstehung ranken sich viele Mythen und Geschichten. Eine davon wollen wir hier abbilden:

Bevor Italien zu eigener Staatlichkeit gelangte, war es für ungefähr 2000 Jahre ein zentraler Schauplatz der europäischen Geschichte. An herausgehobener Stelle stand Rom, die heutige Hauptstadt Italiens. Das Herrschaftsgebiet des Römischen Reiches erstreckte sich über den gesamten Mittelmeerraum, von der iberischen Halbinsel bis an den Bosporus, von Ägypten bis nach Großbritannien.

Kolosseum in Rom

Auch im Mittelalter blieb Rom durch die zunehmende Macht der Päpste ein Zentrum des christlichen Abendlandes. Auf dem Gebiet des heutigen Italiens bildete sich aber kein eigener Staat heraus. Vielmehr konkurrierten Spanien, Frankreich und das Heilige Römische Reich Deutscher Nation mit den zahlreichen italischen Stadtstaaten wie beispielsweise Venedig, Florenz oder Mailand um die Vorherrschaft auf dem Stiefel. Unter der Führung des Königreiches Piemont-Sardinien wurden nach und nach die europäischen Großmächte aus Italien verdrängt und ein einheitliches Staatsgebiet errichtet. Im Jahr 1870 wurde die nationale Einheit Italiens durch die Integration des Vatikanstaates in das italienische Territorium vollendet. Das Königreich Italien war allerdings nur von kurzer Dauer.

Aus dem Ersten Weltkrieg ging Italien zwar als alliierte Siegermacht hervor, innenpolitische Unruhen aber führten zur Bildung einer faschistischen Bewegung unter Benito Mussolini, die im Jahr 1922 vom König autorisiert wurde und an die Macht kam. Unter Mussolini beteiligte sich Italien an der Seite Deutschlands am Zweiten Weltkrieg. Doch 1943 wurde der Duce, wie Mussolini sich selbst nennen ließ, abgesetzt. Italien schlug sich auf die Seite der Alliierten und kämpfte fortan gegen das nationalsozialistische Deutschland.

Nach Kriegsende war lange Zeit unklar, welchen Weg Italien einschlagen würde. Zu klären waren einerseits die Frage nach der zukünftigen Staatsform. Sollte Italien weiterhin eine parlamentarische Monarchie bleiben oder aber eine Republik werden? Die Entscheidung fiel 1948 in einer Volksabstimmung für die Republik. Andererseits war die italienische Gesellschaft zutiefst gespalten, die Frage einer Anlehnung an Moskau oder aber die Bindung an den Westen längst nicht entschieden. Die als Filmhelden populären Romanfiguren des Pater Don Camillo und des marxistischen Bürgermeisters Peppone aus den 1950er Jahren mögen der Phantasie entsprungen sein, sie hatten aber dennoch ihre Entsprechungen in der italienischen Gesellschaft. Der starke katholisch-bürgerlich-konservative Teil der italienischen Gesellschaft votierte für die Westbindung. Weite Kreise der italienischen Bevölkerung, die ihre Legitimation und Autorität aus dem kommunistischen Widerstand gegen Mussolini zogen, sprachen sich für eine enge Anlehnung an Moskau aus.

Spanische Treppe in Rom

Letztendlich konnten sich die Befürworter der Westintegration durchsetzen. Unter der Führung der Partei Democrazia Cristiana, die das italienische Parteiensystem bis zu einem verheerenden Parteispendenskandal in den 1990er Jahren beherrschte, gehörte Italien zu den Gründungsmitgliedern der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS). Im Jahr 1992 wurde ein kommunaler Parteipolitiker bei der Übergabe von Schmiergeld festgesetzt. Entgegen der bisherigen Praxis, vor Gericht nicht auszusagen, legte der Politiker ein umfassendes Geständnis ab. Auf Grundlage dieses Geständnisses führten die weiteren Ermittlungen zu immer neuen Erkenntnissen, die ein flächendeckendes System von Bestechung und Erpressung aufdeckten. Die gerichtlichen Untersuchungen führten zu einem innenpolitischen Erdbeben, das die Parteien der ersten Republik unter sich begrub.

Eine besondere symbolische Bedeutung für die italienische Europapolitik hat bis heute die Unterzeichnung der so genannten Römischen Verträge im Jahre 1957, die die europäische Integration durch die Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM) vorantrieben.

Quelle

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